Im Pfarrgebiet von St. Georgen an der Gusen waren während der NS-Zeit ca. 71.000 Menschen inhaftiert, zumindest 37.000 wurden ermordet. Die unter dem Tarnnamen „Bergkristall“ errichteten Stollenanlagen dienten ab 1944 der geheimen Rüstungsproduktion unter unmenschlichen
Bedingungen. Trotz dieser zentralen Rolle in der NS-Verfolgungs- und Vernichtungspolitik ist die Geschichte des Ortes bis heute nur unzureichend im kollektiven Gedächtnis verankert. Die Nähe der Verbrechen zum Alltag der Bevölkerung erschwerte lange die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit.
Erinnerungsarbeit ist daher von großer Bedeutung: Sie macht das Leid der Opfer sichtbar, fördert kritisches Bewusstsein und hält die Geschichte lebendig. Projekte wie z.B. die „Passage gegen das Vergessen“ tragen dazu bei, den öffentlichen Raum neu zu deuten, Diskussionen anzustoßen und aktives Gedenken zu stärken. Sie sind wichtige Schritte in der langfristigen Aufarbeitung und Mahnung für die Zukunft.
Rundgangsleitung: Julia Mayr, ERINNERN:AT, Bernhard Mühleder, Koordination KZ-Gedenkstätte Gusen / Pädagogik

